Immer diese Weiber

Ich war früher immer das Mädchen, das am liebsten mit den Jungs Fußball und Autoquartett spielte. Die Mädelscliquen waren mir immer etwas suspekt.

“Diese Weiber…” dachte ich dann oft.

Als ich vom gemischten Gymnasium auf ein Mädchengymnasium wechseln wollte, schauten mich meine Eltern damals mit großen Augen an. “Was willst du denn daaaa?” „Immer diese Weiber“ weiterlesen

Von der Neugier…

Die Neugier ist ja bekanntermaßen eine treibende Kraft, die mich besonders in den letzten drei Jahren über verschlungene Pfade an traumhafte Ziele geführt hat. Im letzten Sommer brachte diese Wissbegier und Fragelust mich zu einem Telefonat.

Bei 30 Grad in der Hängematte schwingend telefonierte ich mit Andrea von Gedankenkessel, die ich noch nie persönlich getroffen hatte. Wir verfolgen uns lediglich gegenseitig auf Instagram. So kam es also, dass wir miteinander sprachen und uns gegenseitig Teile unserer Lebensgeschichten anvertrauten. Andrea ist eine sehr gute Zuhörerin und offen und neugierig. Ich erzählte ihr von einem Buch, das ich gerade lese. “Die Kunst ein kreatives Leben zu führen” von Frank Berzbach. Es hat mich in meinem Hängemattensommer (eine selbstverordnete 4-wöchige Sommerpause) begleitet und mir Denkanstöße gegeben, wie ich mich selbst vom Hamsterrad trennen und gleichzeitig weiterhin meiner Kunst und meinem kreativen Schaffen widmen kann.

Andrea nahm den Buchtipp auf, postete dazu etwas auf instagram, taggte Herrn Berzbach, der den Post kommentierte.

„Von der Neugier…“ weiterlesen

Mut Intro

Kräuter gepflanzt am ersten Tag ohne Job

“Mut” wird die neue Serie auf meinem waschatelier-Blog sein. Darin möchte ich Euch da draußen ein paar Einblicke gewähren in mein Dasein als freiberufliche Illustratorin, den Beginn der Selbstständigkeit, den Branchenwechsel mit 40, die Aufs und Abs, die täglichen Herausforderungen und alles eben, was dazu gehört.

Die Serie soll keine Aufforderung sein à la “schmeiß alles über Bord und mach dich selbstständig”. Es ist meine Geschichte und mit Sicherheit hätte ich alles anders angegangen, wenn ich beispielsweise alleinerziehende Mama gewesen wäre.  Ich hatte durch meinen Mann bestimmt auch eine gewisse Sicherheit und ein intaktes soziales Netz. Aber, warum diese Serie dennoch den Titel “Mut” trägt, könnt ihr im Folgenden lesen.

Ich freue mich über Anregungen, Kommentare oder auch gerne persönliche Nachrichten, wenn Euch eine bestimmte Frage unter den Nägeln brennt. Dann immer heraus damit!

Unter dem Hashtag #Mut könnt Ihr auf diesem Blog schließlich alle Teile der Serie finden und der Reihe nachlesen. Viel Spaß dabei.

Fangen wir mit ein paar harten Fakten an:

  • 2014 kündigte ich meinen unbefristeten Job

    SAMSUNG
    1. Tag ohne Job
  • ich war damals bereits über 40 Jahre alt
  • zum damaligen Zeitpunkt hatte ich keinen Plan, was ich künftig tun würde
  • wir sind ein Haushalt mit 1,5 Gehältern und waren bis dato immer auf mein Gehalt mit angewiesen
  • zum Zeitpunkt meiner Kündigung war mein Mann bereits seit drei Monaten krank und keiner wusste, was mit ihm los ist
  • wir haben zwei gemeinsame Kinder
  • am ersten Tag meiner Arbeitslosigkeit pflanzte ich im Garten Kräuter und war der glücklichste Mensch der Welt

Eure Heike aus dem [wa]schatelier

Hier geht es zum nächsten Mut-Post >>

Viel von wenig

Je älter ich werde, um so mehr brauche ich weniger. Davon aber ganz viel.

Weniger Termine, weniger abends ausgehen, weniger Geschenke, weniger Dinge, weniger Großes. Klingt traurig? Nein, das klingt hervorragend. Dafür habe ich mehr Zeit. Zeit zum Lesen, Zeit zum Austausch, Zeit zum Gedichte schreiben, zum Malen, zum Denken, zum Spazierengehen. Und wenn ich dann auch noch all das Geraffel aus alten Tagen rausgeschmissen habe, habe ich mehr Zeit zum Suchen, die ich aber nicht mehr brauche, denn dann ist ja alles aufgeräumt. So theoretisch – so gut.

Zu Weihnachten habe ich im zweiten Jahr nichts haben wollen – klar, die Familie schenkt dennoch, aber kleiner, weniger…das ist so schön.

Jetzt schneit es und ich laufe mit dem Stapel Bücher und meinem Kaffee durch das Haus. Überall wo ich mich hinbegebe ist auch der Stapel. Ein Skizzenbuch für neue Ideen, ein Buch mit leeren Zeilen, die ich mit Gedichten und Begebenheiten fülle, ein neuer Gedichteband, den ich an dieser Stelle gerne empfehle “Gedichte, die glücklich machen” (Hrsg. Clara Paul) und zuletzt das aktuelle Buch, das ich gerade lese, über das ich aber momentan noch nicht mehr sagen kann als den Titel “Sieh mich an” von Mareike Krügel.

Und während der Schnee auf Nachbars Garten rieselt und ich im warmen Turmzimmer im Ostflügel sitze, zieht das Jahr mal wieder gedanklich an mir vorbei und ich bin ein bisschen selig, dass ich so viele neue Menschen in mein Leben gelassen habe. Dafür haben aber auch einige mein Leben verlassen oder ich habe sie rausgekickt. Ja, muss auch mal sein. Tut gut und gehört auch zum Thema aufräumen.

Das Atelier geht mir natürlich viel im Kopf herum in den letzten Tagen. Es ist seit Juni nicht besucht worden. Die Schwerpunkte in meinem Künstlerleben haben sich so verändert. Und da kommt noch was in 2018 – das kann ich Euch sagen.

Was also mit dem Atelier tun? Behalten oder abgeben? Wenn es nach meinem neuen Leitspruch ginge…

 

Andererseits entstehen dort so schöne Sachen…Wintercollagen vom letzten Jahr zum Beispiel.

 

Eure Heike aus dem [wa]schatelier