Käfer im Mai

Letztes Wochenende hatte ich Besuch von einem kleinen Käferexperten, der ein bisschen Coronaurlaub brauchte. Für uns alle war das eine willkommene Abwechslung. Und so kam es, dass wir gemeinsam eine kleine Kreativsession einbauten, die ich gerne an euch weiter geben möchte.

Vorbereitung

Zu Beginn werden zweierlei kleine Zettel beschriftet. Auf dem einen Stapel finden sich Substantive, die etwas mit der Natur im weitesten Sinne zu tun haben. Auf unseren Zetteln standen Worte wie Moos, Steine, Fluss, Weg, Rinde, Zapfen, Larven, Perlen etc.

Im zweiten Stapel fanden sich die unterschiedlichsten Verben wie z.B. drehen, kacken, stechen, schwimmen, laufen, sägen usw.

Die beiden Stapel werden getrennt und ihr legt Tusche in verschiedenen Tönen parat und in schwarz, Buntstifte und eine Zeichenfeder.  Hilfreich ist auch ein weißer Gelroller oder ein feiner Acrylmarker in Weiß. Das Papier sollte eine bessere Qualität haben als reines Kopierpapier. Einfaches Aquarellpapier erweist euch schon einen guten Dienst. Wenn ihr keine Zeichenfeder und schwarze Tusche habt, geht auch schwarzer Fineliner oder schwarzer Buntstift.

Schritt 1

Zunächst haben wir uns ein paar Käfer im Internet angesehen. Mein persönlicher Käferexperte wusste sowieso Bescheid, wie die Krabbler aussehen, aber ich eben nicht so recht. Sie bestehen aus drei Teilen und haben sehr unterschiedliche Fühler. Die Beinstellung der Käfer vorab mal gesehen zu haben, macht es später auch etwas leichter.

Schritt 2

Jetzt kleckst ihr jeweils die drei Körperteile auf das Papier. Wir haben dazu Sepiatusche genommen, grün, rot und blau. Mit Wasserfarbe geht es auch, oder mit Aquarellfarben.

Schritt 3

Jetzt zieht jeder einen Zettel von jedem Stapel. Meine erste Kombination war Pilz und schlafen. Ich entscheide mich für den roten Klecks, und somit wird aus den gezogenen Zetteln der rote Pilzschläfer.

 

 

Schritt 4

Mit der gezogenen Wortkombination tauchen wir in den kreativen Flow ab und zeichnen beider ganz frei nach Schnauze. Mit der Zeichenfeder und der schwarzen Tusche werden Details auf den bereits vorhandenen Klecksen ergänzt. Und mein kleiner Käferexperte erzählt mir derweil etwas über den Pilzschläfer, seine Eigenarten und sein Beuteverhalten. Das macht unglaublich viel Spaß. Die Freude am Ziehen der Worte und die manchmal lustigen Namensgebungen (blauer Astkacker, grüner Feldschnüffler…) und eben auch die kreativen Infos des Käferexperten neben mir. Was der blaue Fliegenschneider so macht, könnt ihr euch denken 🙂

Am Ende kommen wir uns beide vor wie Wissenschaftler, die neue Käferarten katalogisieren. Und neben der ganzen kreativen Auszeit, kommt nicht nur ein tolles kleines Kunstwerk heraus, das zu rahmen sich lohnt. Auch Sprache und Geschichten erzählen werden geschult. All in one also. Viel Spaß beim Nachmachen.

 

 

 

Eure Heike aus dem [wa]schatelier

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